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Internationaler Workshop für Bau von Trockensteinmauern an Gartenbauschule Langenlois
LR Teschl-Hofmeister: Alte Handwerkskunst wird für künftige Generationen erhalten bleiben


Die Personen v. l.: Direktor Franz Fuger, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Fachlehrer Helmut Schieder und Fachlehrer Rainer Vogler
Foto Copyright: Jürgen Mück

Langenlois (7.7.2019) Die fachgerechte Errichtung von Trockensteinmauern stand im Mittelpunkt des internationalen fünftägigen Workshops an der Gartenbauschule Langenlois, an dem kürzlich 20 Teilnehmer aus sechs Ländern teilnahmen. „Trockensteinmauern fügen sich dank der Verwendung von Steinen aus der Region sanft ins Landschaftsbild ein und bieten einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Vor allem in den Weinbaugebieten Niederösterreichs prägen die Trockensteinmauern seit über 1.000 Jahren das Landschaftsbild“, betont Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister. „An den NÖ Landwirtschaftlichen Fachschulen wird diese alte Handwerkskunst seit geraumer Zeit wieder revitalisiert und mit Leben erfüllt. Besonderer Dank geht an die Weinbauschule Krems und an die Gartenbauschule Langenlois, die mit Kursen und Workshops dieses wertvolle Know-how an Interessierte weitergeben“, so Teschl-Hofmeister.

„Seit wir vor über zehn Jahren die ersten Kurse zum Trockensteinbau durchführten, ist das Interesse enorm gestiegen. Auch die gute internationale Vernetzung der Fachleute hat zu einer Renaissance dieser alten Handwerkskunst beigetragen. So kamen die Vortragenden beim Workshop aus den USA, Kanada, Irland und Deutschland“, sagt Trockensteinbau-Experte Rainer Vogler, von der Weinbauschule Krems. „Der Trockenbau von Steinmauern erfolgt nur über das Legen und Verkeilen der Steine. Durch den Pflanzenbewuchs werden die Mauern elastischer und sind dennoch stabil“, so Fachlehrer Vogler.

Landschaftselement Trockensteinmauer
„Die historische Handwerkskunst des Trockenmauerns verbindet Nachhaltigkeit mit regionaler Wertschöpfung. Die Bauwerke fördern zudem die ökologische Vielfalt und fügen sich sehr ästhetisch in die Landschaft ein“, betont der Direktor Franz Fuger.

Die Trockensteinmauern halten aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit Starkregen besser stand als etwa Betonmauern. Außerdem verstärken und speichern sie die Sonneneinstrahlung, was den Reifungsprozess der Trauben fördert. So kann es in diesen Weinbaulagen um bis zu fünf Grad Celsius wärmer sein, was den Zuckergehalt des Weines nachweislich erhöht. Zudem werden die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht verstärkt, was ein wesentlich komplexeres Aroma im Wein bewirkt. Auch für die Erhaltung der Artenvielfalt sind die Steinmauern nicht hoch genug zu schätzen: Hier können bis zu 150 seltene Tiere und über 500 Pflanzen leben. Aufgrund des wechselnden Mikroklimas fühlen sich hier nicht nur Eidechsen und Schlangen, sondern auch Wildbienen, Hummeln, Fledermäuse und Igel wohl.

„Trockensteinmauern sind somit nicht nur funktionell, als zeitloses Landschaftselement sind sie auch langlebiger Lebensraum vieler Lebewesen und tragen damit zur Erhaltung der Artenvielfalt bei. Schön das dieses traditionelle und nachhaltig funktionelle Handwerk durch Kurse wie diese erhalten bleibt“, so Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister.

(Schluss)

Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister bei der Bearbeitung der Steine.
Die Personen v. l.: Trainerin Theresia Haider, Bildungs-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister, Fachlehrer Rainer Vogler und Direktor Franz Fuger bei der Bearbeitung der Steine
Foto Copyright: Jürgen Mück